Christian Dawidowski

  • Seit wenigen Jahren befassen sich Deutschunterricht und Deutschdidaktik verstärkt mit SchülerInnen, die Migration erlebt haben oder deren Familien eine Migrationsgeschichte besitzen. Welche Rolle spielt der «Migrationshintergrund» in Bildungsprozessen, welche Phänomene erklärt er und welche nicht? Der Band untersucht den Deutschunterricht und verschiedene seiner Kontexte, die für solche Fragen relevant sind. Die Beiträge stellen Grundsatzüberlegungen und empirische Studien vor. Es geht um die Ausbildung von DeutschlehrerInnen, die Lesesozialisation von SchülerInnen, Bilder vom Deutschunterricht bei SchülerInnen und interkulturelle Ansätze in Deutschbüchern. So kann der Band teils verdeckte Zusammenhänge sichtbar machen, die unterschiedliche Aspekte eines komplexen Diskussionsfeldes verbinden.

  • Der Sammelband regt zum ersten Mal dazu an, die fachgeschichtliche Theoriebildung zur Geschichte des Deutschunterrichts hinsichtlich ihres Ertrags und ihrer Legitimation für die Disziplin der Literaturdidaktik zu reflektieren. Darüber hinaus steht der Konnex zwischen fachgeschichtlichem Wissen und dem bildungspolitischen Auftrag innerhalb der Lehrerausbildung im Mittelpunkt des Interesses. Dabei wird eine Doppelperspektive angezielt: Neben der Diskussion fachgeschichtlicher Inhalte geht es zeitgleich auch um den Stellenwert fachgeschichtlichen Denkens überhaupt. Die Beiträge setzen sich mit einer disziplinären Klärung und Straffung auseinander oder zeigen an konkreten Beispielen auf, wie fachgeschichtliches Denken in der Lehrerausbildung fruchtbar gemacht werden kann.

  • Welche Deutungsmuster, Vorstellungen und diskursiven Strategien bewirken die Durchsetzungskraft der Hochwertbegriffe Bildung durch Dichtung oder literarische Bildung im Kontext der Vermittlung von Literatur? Dieser Frage widmet sich der vorliegende Band. Er ergründet Kontinuitäten und Brüche zwischen Bildungsbegriffen des 19. und des 20./21. Jahrhunderts, um aufzuzeigen, wie die den Bildungsdebatten des 19. Jahrhunderts zugrunde liegende Trias Literatur - Nation - Bildung sich in der Gegenwart zu einem begrifflichen Geflecht aus den Elementen literarische Bildung, gesellschaftlich handlungsfähiges Subjekt und Kompetenz wandeln konnte.

  • Die Literaturdidaktik versteht sich von Beginn an als handlungsleitende Wissenschaft. Dabei wurde lange Zeit vernachlässigt, gängige Methoden sowie unterrichtliche Praxis auch empirisch zu erforschen. So ist über Literaturvermittlungsprozesse wenig bekannt. Der Band versammelt verschiedene Forschungsprojekte und Studien, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen: Neben unterschiedlichen Forschungsansätzen und -methoden, die errtert werden, nähern sich die Aufsätze sowohl der Erforschung der Unterrichtsprozesse als auch den zu Literaturvermittlungszwecken eingesetzten Medien und Hilfsmitteln aus unterschiedlichen Perspektiven an.

  • Inwiefern spielen inter- und transkulturelle Phänomene in Drama, Theater und Film eine Rolle und welche Funktionen nehmen sie dort ein? Diesen Fragen gehen die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Beiträge des vorliegenden Bandes nach. Das Buch gliedert sich in drei Bereiche: Im ersten Teil werden im Rahmen von Grundlagenbeiträgen die Konzepte von Inter- und Transkulturalität verhandelt sowie Drama/Theater und Film in inter- und transkultureller Perspektive sowohl literaturwissenschaftlich als auch -didaktisch beleuchtet. Der zweite und dritte Teil widmen sich spezifischen Beispielen aus den Bereichen Drama und Theater sowie Film. Hier werden einzelne (mediale) «Texte» analysiert und konkrete Vorschläge für deren Einbezug in den Deutschunterricht gemacht.

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